Schmerzlinderung unter der Geburt & beim Kaiserschnitt

Schmerz erlebt jeder Mensch unterschiedlich. Ziel ist eine gut zu bewältigende Geburt. Die Schmerztherapie wird individuell angepasst und unterstützt Ihre eigenen Kräfte.

Hebamme und Geburtshilfe binden das Anästhesieteam ein, wenn eine medikamentöse Behandlung gewünscht oder sinnvoll ist. Medikamente werden so gewählt und dosiert, dass sie gezielt wirken und das Kind möglichst wenig beeinflussen.


Verfahren während der Geburt

  • Periduralanästhesie (PDA): Häufig verwendete Methode; ein Lokalanästhetikum nahe der Wirbelsäule lindert Wehenschmerzen deutlich. Die Dosis wird heutzutage so gewählt, dass die Beinbeweglichkeit meist erhalten bleibt und Sie in der Austreibungsphase mitarbeiten können. Man nennt die PDA dann “Walking Epidural”.
  • Spinalanalgesie: Vor allem im fortgeschrittenen Geburtsverlauf; rascher Wirkungseintritt bei erhaltener Kraft.
  • PCA-Pumpe (Patientinnen-gesteuerte Schmerzbehandlung): Sehr kurzwirksames, starkes Medikament, dessen Verabreichung Sie selbst nach Bedarf auslösen. Die kurze Wirkdauer hilft, Auswirkungen auf das Kind gering zu halten; wird noch nicht überall angeboten.

Schmerztherapie beim Kaiserschnitt

Ein Kaiserschnitt wird in der Regel in Regionalanästhesie durchgeführt. Ein Vollnarkose ist vor allem Notfalleingriffen vorbehalten.

Warum häufig Regionalanästhesie empfohlen wird

  1. Sie erleben die Geburt wach und schmerzfrei (Partnerbegleitung meist möglich).
  2. Das umgehend erfolgende Bonding mit Haut-zu-Haut Kontakt hat viele Vorteile für Eltern und Kind.
  3. Weniger Medikamente gelangen zum Kind.
  4. Schwangerschaftsbedingte Veränderungen machen eine Regionalanästhesie risikoärmer und schonender im Vergleich mit einer Vollnarkose.

Regional erfolgt der Kaiserschnitt über eine bestehende PDA (Dosiserhöhung) oder eine Spinalanästhesie.

Allgemeinanästhesie

Sie wird gewählt, wenn der Eingriff sehr dringlich ist oder eine Regionalanästhesie nicht möglich ist (z. B. bei Blutgerinnungsstörungen, Blutverdünnung oder bestimmten Erkrankungen). Das Vorgehen wird individuell mit Ihnen besprochen. Eine Partnerbegleitung ist dann nicht möglich.